Alle Artikel von Jens Eschmann

Drei Monate, neun Termine: Aktionen von August bis Oktober

Liebe Freunde des urbanen Radelns! Hier eine kurze Übersicht über die geplanten urbanRadeling-Aktivitäten der nächsten Monate. Für weitere Infos schaut bitte in den Kalender am rechten Rand. Dort findet ihr auch Hinweise auf weitere Veranstaltungen mit Fahrradbezug, die wir hier nicht alle nennen können. Weitere Infos zu unseren eigenen Veranstaltungen findet ihr selbstverständlich auch noch hier.
Direkt vor der nächsten Critical Mass am 21. August bekommen wir Besuch vom WDR-Fernsehen. In einem kurzen Beitrag sollen „Knackpunkte“ des Radfahrens in der Bochumer Innenstadt aufgezeigt werden. Wir freuen uns riesig auf und über diese Möglichkeit, die Stadt auf einige Missstände aufmerksam machen zu können.
Am 23. August startet eine ganz besondere Fahrradtour: unter fachkundiger Leitung durch den ADFC erkunden wir mögliche Trassenverläufe des Radschnellwegs Ruhr zwischen Wattenscheid und Dortmund.
Am 29. August veranstalten wir zusammen mit Jennifer Koppe vom ADFC eine Fahrradtour für Grundschüler entlang schöner Spielplätze, allerdings zunächst nur mit Schülern der Liboriusschule in Bochum-Grumme.
Am 18. September startet wie gewohnt wieder die Critical Mass. Am 27. September (Achtung Terminänderung!) gibt es eine Neuauflage der Spielplätzetour, diesmal offen für alle und im Rahmen des n.a.t.u.r.-Festivals.
Den feierlichen Abschluss des n.a.t.u.r.-Festivals bildet am 3. Oktober die Velove Bochum-Fahrradschnitzeljagd, die im letzten Jahr ein großer Erfolg war. Am 16. Oktober startet wie immer die monatliche Critical Mass. Ein absolutes Highlight erwartet uns am 30. und 31. Oktober. In den Herner Flottmannhallen findet das alljährliche International Cycling Film Festival (ICFF) statt – angereist wird aus Dortmund und Bochum jeweils passend mit einer Critical Mass.
Wir hoffen, euch bei der einen oder anderen Veranstaltung zu treffen!

Berliner Landeschef fordert Ende der Autopartei SPD

Das liest man gern:

Der Berliner SPD-Chef und Bundesvorstand Jan Stöß fordert ein Umdenken seiner Partei bei der Verkehrspolitik. „Die SPD muss sich in den Städten von dem falschen Image der Autopartei lösen“, sagte Stöß dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. „Wir brauchen eine bessere Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr und Strategien, wie der Radverkehr gefördert werden kann.“ Das sei „moderne Stadtpolitik“. Stöß, der Metropolenbeauftragter der Bundespartei ist, sieht Kopenhagen und Amsterdam als Vorbild für deutsche Großstädte. „Dort ist das Fahrrad in der Innenstadt das Hauptverkehrsmittel“, sagte Stöß. „Das müssen wir in Deutschland auch erreichen.“

Nachzulesen auf http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/berliner-landeschef-fordert-ende-der-autopartei-spd-a-1040836.html (in der Papierversion als etwas längeres Interview). Bochum, hör‘ die Signale, kann man da nur sagen…

Nächste CM mit anschließendem Sonderprogramm!

Kommenden Freitag (17. Juli) startet wieder die monatliche Critical Mass. Start ist wie immer vor dem AlsenWohnZimmer (Alsenstr. 27) um 18 Uhr. Im Anschluss daran, also spätestens um 20 Uhr, zeigt urbanRadeling in der Goldkante (www.goldkante.org) an der Alten Hattinger Straße 22 einige Videoclips – erst eher dokumentarischer Art, z.B. zu Critical Masses in anderen Städten, danach Musikvideoclips mit expliziten Fahrradinhalten 😉
Wer möchte, kann sich danach gerne noch mit uns über das Radfahren in Bochum (und anderswo) unterhalten.

Gute Kampagnen, schlechte Kampagnen

Eigentlich wurde über die Helm-Kampagne unseres an Fahrraddingen ansonsten nicht näher interessierten Verkehrsministers schon genug geschrieben. Anstatt gemeinsam mit Ländern und Kommunen etwas für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur zu tun, werden Steuergelder für eine Kampagne versenkt, die hauptsächlich Hohn und Spott erntet. Hier ein schöner Artikel von Zeit Online über Reaktionen auf die Kampagne: http://blog.zeit.de/fahrrad/2015/06/19/fahrradhelm-kampagne-darth-vader/. Man muss übrigens gar nicht grundsätzlich gegen Fahrradhelme sein, um die Kampagne bescheuert zu finden – im Ruhrgebiet trage ich selbst fast immer einen Helm, im Urlaub in Holland allerdings nicht. Warum wohl?

Fotowettbewerb zur Helmkampagne kreativ genutzt!
Fotowettbewerb zur Helmkampagne kreativ genutzt!

Sehr viel sympathischer kommt dagegen eine EU-Kampagne für Klimaschutz und Nachhaltigkeit daher (www.overdeveloped.eu), mit tollen Motiven auch zum Radfahren.

Anzeigenmotiv von overdeveloped.eu

urbanRadeling.de jetzt mit Terminkalender!

Vor lauter Fahrradterminen sind wir in diesem Frühjahr und Sommer manchmal selbst ein wenig durcheinander gekommen. Deshalb gibt’s ab sofort auf der rechten Seite der Website einen Kalender, in dem wir die (für uns) wichtigsten Termine der nächsten Monate eintragen. Dort kommen laufend neue Termine dazu, also ruhig öfter mal draufschauen…

Ein ereignisreicher Monat geht zu Ende

Das war ein ereignisreicher, oft anstrengender, aber insgesamt sehr positiver Monat für unsere junge Fahrradinitiative. Auf der Blaupause am 6. Juni waren wir zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten. Bei der Veranstaltung mit geschätzt ca. 100000 Besuchern konnten wir viele Menschen über unsere Aktivitäten informieren, haben viele interessante Gespräche geführt und werden bestimmt einige Standbesucher bei einer zukünftigen Fahrradaktion wiedersehen. Für Bochum war es eine tolle Aktion, bei der wieder eine Art „Stillleben-Stimmung“ zu spüren war. Sehr, sehr viele Besucher sind mit dem Fahrrad angereist. Im Artikel von derwesten.de sind in der Bilderstrecke ab Foto 15 auch die Fahrradfahrer auf der Mobilitätsspur zu sehen. Doch auch auf der anderen Seite wurden viele Räder geschoben und in den Seitenstraßen geparkt. Hier ein paar Fotos von unserem Stand:

Anlässlich der Blaupause haben wir einen Flyer entworfen, der die Ziele und Aktivitäten von urbanRadeling kurz und knapp darstellt. Im Bereich „Über uns“ kann er als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Schon am 5. Juni hatten wir uns im Alsenwohnzimmer eine Dokumentation über die Wuppertaler Nordbahntrasse angesehen, einen fantastischen Bahntrassenweg, der unter Mithilfe vieler engagierter Bürger zwischen 2006 und 2014 realisiert wurde.

Am 13. Juni haben wir uns dann in einer neunköpfigen Gruppe zu einer Tagesfahrt nach Wuppertal aufgemacht.  Drei sehr engagierte Mitglieder der Wuppertalbewegung und inzwischen Streckenpaten dieses tollen Projekts haben uns dabei aus erster Hand viele Hintergründe über die Entstehung, die Schwierigkeiten, besonders aber die unübersehbaren Erfolge dieser außergewöhnlichen Strecke berichtet – vielen Dank dafür! Es war eine ganz tolle Tour, an deren Ende gute hundert Kilometer auf dem Tacho standen, und an die wir uns sicherlich noch lange erinnern werden. Hier ein paar Fotos:

Weiter ging’s dann am 19. Juni mit der Bochumer Critical Mass. Wie der Bochumer Umwelttag, u.a. mit der Abschlussveranstaltung der Stadtradeln-Aktion, hatten auch wir etwas Pech mit dem Regenwetter. Trotzdem eine kleine, aber feine Innenstadtrunde, mit sehr gemütlichem Ausklang mit belgischen und deutschen Bierspezialitäten und Tischtennisrunden in der „Trinkhalle“ an der Herner Straße.

Zwei Tage später, am 21. Juni,  dem bundesweiten Aktionstag „Mobil ohne Auto“ stand dann die ADFC-Sternfahrt nach Dortmund auf dem Programm. Zusammen mit den Veranstaltern ärgerten wir uns sehr, dass die Polizei für diesen Sonntag(!) die zwanzigminütige Sperrung der B1 für die Sternfahrt sehr kurzfristig mit der seltsamen Begründung abgelehnt hatte, es könnte sonst zu Auffahrunfällen kommen – als ob es (werktags) auf der B1 niemals Staus mit der Gefahr von Auffahrunfällen gäbe… Berlin stellte an diesem Tag übrigens den Teilnehmerrekord mit 120000 (in Worten: hundertzwanzigtausend!) Radfahrern auf; zwei Autobahnen wurden dafür zeitweise gesperrt.

Am 26. Juni trafen wir uns dann noch einmal im kleinen Kreis und heckten neue Ideen aus, wie wir unsere Vision einer fahrradfreundlichen Stadt in Bochum weiter vorantreiben können.

Gewinnspiel!

Anlässlich der Blaupause am 6. Juni haben wir uns ein kleines Gewinnspiel überlegt. Daran darf jeder teilnehmen – der Gewinn muss aber persönlich in Bochum abgeholt werden.
So funktioniert’s:
Am rechten Rand der Seite, unter unserem Logo, seht ihr eine Youtube-Videoliste. Sucht euch daraus euer persönliches Lieblingsvideo aus und schickt uns bis zum 13. Juni eine kurze E-Mail mit dem Titel.
Unter allen Einsendungen werden (ohne notarielle Aufsicht) die Gewinner verlost. Hauptgewinn ist das wunderschöne Buch „Die Philosophie des Radfahrens„. Die Gewinne können bei unseren nächsten öffentlichen Terminen (Wuppertalfahrt, Critical Mass, Sternfahrt Dortmund…) am Alsenwohnzimmer (Alsenstraße 27) abgeholt werden. Wenn ihr gewonnen habt, informieren wir euch per E-Mail.
Viel Glück!

Am 13. Juni nach Wuppertal – Interessierte bitte anmelden!

Wir lernen die Wuppertalbewegung kennen – die Bürgerbewegung, die die Realisierung der Norbahntrasse angestoßen hat (s. nordbahntrasse.de). Wir lassen uns die Trasse zeigen und sprechen mit einem Mitglied der Wuppertalbewegung. Zu dieser Erkundungsfahrt am 13. Juni können angemeldete Interessierte gerne mitkommen. Wir fahren dann gemeinsam mit dem Rad bis Wuppertal. Hier der Ablauf:
– 9:30 Abfahrt in Bochum am Umweltzentrum (Alsenstraße)
– Mittagessen in Wuppertal, dann geführte Radeltour bis ca. 15:00 Uhr
– ca. 18.00 Rückkehr in Bochum
Vor der Fahrt möchten wir uns vorbereiten und eine DVD über die Wuppertalbewegung anschauen. Das tun wir am 5.6. von 19 bis 20 Uhr im Alsenwohnzimmer (Alsenstraße 27). Wer an diesem Termin verhindert ist, darf natürlich trotzdem mitfahren. Wegen des Mittagessens bitten wir nur um eine kurze Rückmeldung per E-Mail bis zum 09. Juni 2015, damit wir Tische reservieren können. Biologisch, vegetarisch, vegan ist alles möglich.

31. Mai: Fahrradsommer der Industriekultur

Am Sonntag, 31. Mai startet an der Jahrhunderthalle Bochum der jährliche „Fahrradsommer der Industriekultur“. Von 11 bis 17 Uhr findet dort wieder ein großes Familienfest rund ums Rad und Radfahren in der Metropole Ruhr statt, u.a. mit einem Fahrradmarkt, Infoständen, Mitmachaktionen, Gewinnspielen uvm.

Mehr Informationen (auch Flyerdownload) auf: http://www.route-industriekultur.de/route-per-rad/fahrradsommer-der-industriekultur-2015.html

Blaupause auf der Universitätsstraße – wir sind dabei!

Am 6. Juni findet anlässlich des fünfzigjährigen „Geburtstags“ der Ruhr-Universität die „Blaupause“ statt. Auf der gesperrten Universitätsstraße präsentieren sich Vereine und Initiativen, und wir sind mit einem Stand dabei. Hier könnt ihr uns kennenlernen, unseren nagelneuen Infoflyer mitnehmen und an einem Gewinnspiel teilnehmen.
Hier findet ihr uns in Block 65, direkt neben dem ADFC.

Neues Video der AGFS

Bochum hat sich endlich um eine Aufnahme in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden (AGFS) beworben. Mutig, finden wir. Denn die AGFS hat eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie eine fahrradfreundliche Stadt bzw. eine Stadt, die die Nahmobilität fördert, aussehen muss. Hier das neueste Video der AGFS:

Städte in Bewegung from AGFS NRW on Vimeo.

Neuigkeiten aus dem „Fahrradies“ Niederlande

Amsterdam-bakfiets
Ganz normales Straßenbild in Amsterdam

Hier folgt der versprochene Bericht über die Präsentation am 17.4.2015 über die Niederlande als „Fahrradies“. In den Niederlanden werden landesweit ca. 25 Prozent aller Strecken mit dem Rad zurückgelegt; in größeren Städten weit mehr, z.T. sind es bereits um die 50 Prozent, z.B. in Groningen. Und die Tendenz ist weiter steigend. Als Reaktion darauf entstehen z.B. im Amsterdammer Bahnhofsgebiet zehntausend(!) neue Fahrrad-Abstellplätze, und in Utrecht eröffnet 2018 unter dem Bahnhof das dann größte Fahrradparkhaus der Welt mit 12.500 Stellplätzen! Dabei hat Utrecht knapp 330.000 Einwohner – weniger als Bochum also…

Entspanntes Radfahren in Amsterdam...
Entspanntes Radfahren in Amsterdam…

Das hat weniger mit der flachen Topografie des Landes als mit der flächendeckend sehr guten Infrastruktur für den Radverkehr zu tun. Hier hat man früh erkannt, dass es gute, von Straße und Gehweg getrennte Radwege braucht, um ein sicheres Fahren für alle, auch Kinder und Senioren, zu ermöglichen.

Bei einer solchen Infrastruktur entsteht eine Eigendynamik, bei der das Radfahren zu einer völligen Selbstverständlichkeit wird – vor allem weil es praktisch, oft am schnellsten, gesund und preiswert ist, und außerdem auch noch Spaß macht. Dass damit noch die Umwelt geschont wird, wird gerne „mitgenommen“.

Neu für viele Anwesende war die Tatsache, dass auch in den Niederlanden seit Ende der Fünfzigerjahre der Autoverkehr den Radverkehr in den Niederlanden immer mehr verdrängt hat. Marktplätze wurden zu Parkplätzen umfunktioniert, für Ringstraßen wurden ganze Straßenzüge abgerissen, und in Amsterdam wurde ernsthaft erwogen, ein Großteil der Grachten zuzuschütten, um Platz für die parkenden Autos zu schaffen. Die Wende kam Mitte der Siebzigerjahre mit Massenprotesten gegen die Dominanz des Autoverkehrs, die immer mehr Menschenleben forderte – allein 1971 starben 3.300 Menschen bei Autounfällen, davon 400 Kinder.

Besonders gut kamen bei der Präsentation die gezeigten Filmausschnitte an, die einen authentischen Eindruck vom Radfahren in den Niederlanden geben. Deshalb auch hier einige Links zu englischsprachigen, teilweise auch untertitelten Videos. Viel Spaß!

Critical Mass trotz Brückentag erfolgreich!

Critical Mass Bochum im Mai 2015Entgegen unserer Befürchtungen haben sich zur Critical Mass am 15. Mai 2015 (dem Freitag nach Himmelfahrt) doch 21 Radler eingefunden, also fast so viele wie bei der CM im April – obwohl auch manche Aktive von urbanRadeling nicht teilnehmen konnten. Somit konnten wir wieder im Verband durch die Bochumer Innenstadt fahren, das Radfahren feiern und mehr oder weniger dezent auf die Belange der Alltagsradler hinweisen. Gefreut hat uns auch, dass sogar zwei Kinder mitgefahren sind! Unser Ziel für Juni ist es, mehr als 30 Radler auf die Straße zu bringen, denn: gemeinsam fährt es sich am schönsten!

Erst Critical Mass, dann Fahrraddemo!

Die Critical Mass-Aktion entwickelt sich gut: Im zweiten Monat fuhren noch mehr Radler mit (+50%)! Ganz besonders gefreut haben wir uns über das Velomobil, das deutlich sichtbar am Ende der Kolonne mitgefahren ist. Mit Autofahrern gab es keinerlei Probleme, d.h. es gab keine gefährlichen Überholaktionen, Beschimpfungen o.ä. Viele blieben danach noch zur Präsentation über das Radfahren in den Niederlanden – ein toller Abend! Ein Bericht folgt.
CM April 2015
Gleich am nächsten Tag, am 18. April, ging es weiter mit der Fahrraddemo. Zwar blieb die Teilnehmerzahl – wohl auch wegen einer Vielzahl paralleler Veranstaltungen – hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem war es ein guter Auftakt für dieses Jahr. Ganz besonders gefreut hat uns der Einsatz der Polizei, die alles für uns absperrte, sodass wir an keiner Ampel halten mussten. Das war bei der Demo im letzten Herbst bei deutlich mehr Teilnehmern noch anders. Vielen Dank dafür!
Foto Fahrraddemo